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50 JAHRE ZOOSCHAU 2008 - 50 JAHRE THÜRINGER ZOOPARK ERFURT 2009
Erfahren Sie hier Stück für Stück Interessantes aus 50 Jahren Zooparkgeschichte...

Begrünung des Roten Berges

Bis in die 50iger Jahre lagen die meisten Grünflächen im südlichen Teil des Stadtgebietes von Erfurt. Vor allem hierhin zog es erholungssuchende Menschen. Um eine Überbevölkerung dieser Gebiete zu verhindern, wurde ein Ausgleich der Landschaft zwischen Nord und Süd geplant. Der nicht bewaldete Rote Berg war dabei ein bedeutender Bestandteil einer zusammenhängenden Großgrünplanung, die über bereits bestehende Gebiete (Cyriaksburg, Hauptfriedhof, Schwedenschanze, Galgenberg, Ringelberg, Rabenhügel) bis zum Steigerwald führen sollte. Eine wesentliche Vorraussetzung zur Begrünung des Roten Berges war die systematische Aufforstung. Ein Park an der Südwestseite des Roten Berges mit einem sehr alten Baumbestand und einem Gehölzbestand südlich der Berggaststätte waren wichtige Bestandteile des Begrünungsplanes. Seit 1950 wurde schließlich mit den Pflanzarbeiten nach wissenschaftlichen Erkenntnissen begonnen. Zur Anpflanzung kamen ein bis dreijährige hochwachsende Gehölze mit gesunden Wuchs aus forstlicher oder eigener Anzucht. Darunter u. a. Scheinakazie, Spitzahorn, Eschenahorn, Feldahorn, Kanadische Pappel, Roßkastanie, Stieleiche, Schwarzerle, Grauerle, Blasenstrauch, Teufelszwirn, Weißdorn, Hundsrose, Holunder, Steinweichsel, Schlehe, Gemeine Berberitze, Sandbirke, Hartriegel. Die größte Aufmerksamkeit wurde dabei der Bodenbearbeitung geschenkt. Durch jahrelange, ständige Pflege nach dem Anwachsen bis zum Dichtschluß der Gehölze wurden 40 ha des Roten Berges grün.

Die Aufforstung beginnt. Das Gebiet südlich der Berggaststätte ist schon von einem dichten Gehölzbestand umgeben.

Tiefes Furchenpflügen zur Aufforstung des Roten Berges.

Erste Zooschautiere - Teil 1 - Yaks

Schon im Mai 1958 vor der Eröffnung der Zooschau waren die ersten Tiere im ehemaligen Stadtgut am Roten Berg untergebracht. Unter ihnen ein Yak -Paar aus dem Pamirgebirge. Drei Wochen zuvor wurde ein Kälbchen geboren. Der erste Nachwuchs der zukünftigen Zooschau.
Yaks sind Rinder aus den zentralasiatischen Hochgebirgsregionen. Der Hausyak kommt in vielen verschiedenen Farben wie z. B. weiß, braun, schwarz und gescheckt vor und ist ein unentbehrlicher Helfer des Menschen in Höhen von 4000m und darüber. In dieser Höhe schützt langes Haar die Tiere vor Wind und Schneestürmen. Der Mensch nutzt vom Hausyak das Fell, das Fleisch und die Milch und sogar den Kot. Der getrocknete Kot dient in den baumlosen Hochgebirgsregionen als Brennstoff. Sogar als Reit- und Lasttiere werden Hausyaks verwendet.
Zur Zeit leben im Thüringer Zoopark Erfurt auf dem Plateau der weiße Bulle "Felix" und seine Familie. Seit dem 23.05.2008 ist die Gruppe um ein Familienmitglied reicher. Ein weibliches, weißes Kälbchen wurde geboren. Kommen Sie doch mal wieder in den Thüringer Zoopark Erfurt und schauen Sie sich auch das kleine Hausyakkälbchen an.


Eröffnung der Zooschau auf dem Roten Berg zu Pfingsten 1958

Bereits 1956 beschloß die Stadtverordnetenversammlung die Gründung des Thüringer Zooparks im Norden der Stadt Erfurt als ausgleichende Großgrünanlage für die stark anwachsende Industriestadt. Geplant waren fünf Bauabschnitte in 25 Jahren auf einer Gesamtfläche von 49 ha. 5000 Meter Gatter für die Gehege, rund 4000 Stufen zur Überwindung der Steigungen, 10 000 Meter Fahrwege und 15000 Meter Fußwege waren vorgesehen. Mit der Anpflanzung von 25 000 Bäumen und 30 000 Sträuchern sollte der Thüringer Zoo den Charakter eines Landschafts - und Zooparkes erhalten. Die Planung der Gesamtanlage des Thüringer Zooparkes konnte 1958 abgeschlossen werden und wurde im Juli 1959 vom Rat der Stadt Erfurt und im August 1959 von der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Erfurt bestätigt. Erste Tiere für den zukünftigen Zoo waren schon im Mai 1958 im Stadtgut untergebracht. Darunter ein Yak-Paar aus dem Pamir, 2 Trampeltiere aus Kasachstan, Chinesische Maskenschweine, ein junger Bison, ein Steppenrind, ein Wasserbüffel, Kragenbären vom Zoo Rostock und Junglöwen aus dem Zoo Dresden. Am 15. Juni 1958 zu Pfingsten war es endlich soweit und auf dem Gelände des Roten Berges wurde eine zunächst provisorische Tierschau unter der Leitung von Zoodirektor Dr. Harald H. Roth eröffnet. Im ersten Jahr nach der Eröffnung kamen 120 000 Besucher. Durch Spenden konnte der Anfangstierbestand schnell auf 155 größere Säugetiere und Vögel erweitert werden.

In Vorbereitung des großen Jubiläums 2009 ist der Thüringer Zoopark auf der Suche nach Ihren persönlichen Erinnerungen an den Thüringer Zooopark. Schicken Sie uns einfach einen Brief an den Thüringer Zoopark Erfurt, Am Zoopark 1, 99087 Erfurt mit Pressemeldungen, Fotos oder Anekdoten aus 50 Jahren Zoogeschichte. Originale senden wir Ihnen gern zurück

Blick auf den alten Zooeingang vor 50 Jahren. Der gleiche Blick heute im Jahr 2008.

Bäume des Roten Berges - Teil 1 - Die Robinie

Seit 1950 wurde systematisch mit der Begrünung des anfangs kahlen Roten Berges begonnen. Unter den angepflanzten ein- bis dreijährigen Gehölzen waren auch Robinien oder Scheinakazien (Robinia pseudoacacia). Robinien gehören zu den Schmetterlingsblütengewächsen und sind typische Pioniergehölze, d. h. sie besiedeln sehr schnell vegetationsfreie Räume wie Böschungen, Straßenränder und Brachen oder auch den Roten Berg. Im Thüringer Zoopark blühen sie zurzeit in langen, hängenden, weißen Blütentrauben, die von Insekten bestäubt werden. Robinien sind sommergrüne, ca. 25 m hohe Bäume. Auffällig ist die dicke, längsrissige und tief gefurchte Borke. Die Zweige junger Bäume und die Schösslinge tragen bis 3 cm lange Dornen. Aus den Blüten entwickeln sich bis 10 cm lange, stark abgeflachte, lederige, braune Hülsen, die vier bis zehn Samen enthalten. An einem Baum findet man die Blüten des Jahres und die Samenhülsen vom vorigen Jahr gleichzeitig, da die Früchte noch sehr lange nach ihrer Reife am Baum hängen bleiben. Der Wind verbreitet dann die geöffneten Samenhülsen.
Ursprünglich war die Robinie nur im östlichen und mittleren Nordamerika beheimatet. 1601 wurde die Robinie von Jean Robin aus Virginia nach Paris gebracht und hat sich sehr schnell über weite Teile Europas, West-, Ostasiens und Nordafrikas verbreitet. Die Robinie ist eine wichtige Bienentrachtpflanze. Der Nektar enthält bis 59 % Zucker. Außerdem ist Robinie schwach giftig. Samen und Rinde enthalten Robin, das beim Kauen bei Kindern Leibschmerzen, Erbrechen, Schwindel und Temperaturanstieg zur Folge haben kann.
Robinien können 100 bis 200 Jahre alt werden. Das helle Holz ist sehr fest und wird als Gruben- und Schwellenholz verwendet. Auch im Schiffbau und für die Herstellung von Sportgeräten ist Robinienholz geeignet.

Robinienbaum Robinienblüte mit Samenhülsen vom vorigen Jahr

Erste Tiere der Zooschau - Teil 2 - Löwen
Im Mai 1958 gehörten auch Löwen zu den ersten Bewohnern der zukünftigen Zooschau auf dem Roten Berg. Auf dem Wirtschaftshof wurden der anwesenden Presse zwei Junglöwen aus dem Zoo Dresden vorgestellt. Der damalige Wohnbereich 42 in der Beethovenstraße in Erfurt hatte im Juli 1959 das Geld für den Kauf der zwei weiblichen Junglöwen "Simba" und "Samba" gespendet. Ein Jahr später spendete der Wohnbereich 42 aus dem Erlös eines Wohnbezirksfestes erneut Geld für einen dritten Löwen. Aus dem Zoo Berlin kam im Juli 1960 "Sultan" in den neugegründeten Zoopark. Im März 1963 erhielt der Erfurter Zoopark vom Zirkus Busch zwei ausgewachsene Löwinnen, eine mit Namen "Daisy", so dass nun sechs Löwen im Thüringer Zoopark lebten. Sie zogen in das am 7. Oktober 1963 neueröffnete Raubtierhaus ein. Am 22.05.1978 starb "Sultan" und "Daisy" am 30.01.1980, die vorerst letzten Löwen des Zooparks.

Am 27.08.1981 kamen aus dem Zoo Hoyerswerda die beiden Geschwister "Siam" und "Kenia". Sie wurden dort am 24.05.1981 geboren. "Siam" musste im April 1986 aufgrund einer schweren Verletzung eingeschläfert werden und "Kenia" wurde im August 1989 an den Zoo Halle abgegeben. Von dort kam sie in den Tierpark Bad Langensalza und lebte dort mit "Ramses" zusammen. "Ramses" kam im November 1988 aus dem Zirkus Olympia in den Tierpark Langensalza. Mit dreizehn Jahren zog er am 09.12.1993 in den Thüringer Zoopark Erfurt um, da der Tierpark Langensalza geschlossen wurde. Bis zum 14.06.2000 lebte Ramses im Thüringer Zoopark Erfurt. Im Alter von 20 Jahren reiste er in den Tiergarten Schönbrunn nach Wien, weil in Erfurt die neue Löwensavanne gebaut wurde und er nicht artgerecht untergebracht werden konnte. Leider starb Ramses im Exil und steht nun als Präparat in der "Arche Noah" im Naturkundemuseum Erfurt.

Mit der Eröffnung der neuen Löwensavanne im Thüringer Zoopark Erfurt am 22. Juni 2005 zogen insgesamt sieben Löwen ein. Die beiden Kater "Amos" und "Jantar" stammen aus dem Tierpark Ückermünde, die drei Schwestern "Etana", "Kibali" und "Rafiki" kommen aus dem Allwetterzoo Münster und die beiden Halbschwestern "Lubaya" und "Ribat" aus dem Zoo Neuwied. Die Tiere leben in zwei getrennten Rudeln. "Amos" zusammen mit den Weibchen aus dem Allwetterzoo Münster und "Jantar" mit den Weibchen aus dem Zoo Neuwied. Sie können täglich bei der Fütterung beobachtet werden. Die aktuellen Fütterungszeiten entnehmen Sie bitte den beiden Aufstellern an den Eingängen zur Löwensavanne. Kommen Sie doch mal wieder in den Thüringer Zoopark und besuchen sie unsere Löwen.
Die ersten Löwen 1958 zur Erfurter Zooschau Löwenkater Ramses Löwenkater Amos

Erste Zooschautiere - Teil 3 - Trampeltiere

Im Mai 1958 fand ein Presserundgang mit Dr. Roth statt, um über den Stand der Vorbereitungen zur Eröffnung einer Tierschau am Roten Berg zu informieren. Im alten Stadtgut von Erfurt waren damals die ersten Tiere für die zukünftige Zooschau untergebracht. Unter diesen Tieren befanden sich auch zwei Trampeltiere aus Kasachstan. Hinzu kamen später noch weitere Trampeltiere und sogar Dromedare, so dass im August 1964 im Thüringer Zoopark Erfurt die größte Kamelherde der acht zoologischen Gärten der DDR bestand. Im Dezember 1965 besteht die Herde schon aus 13 Trampeltieren und Dromedaren. Im Mai 1971 laufen die inzwischen 18 Kamele jeden Morgen vom Nachtquartier auf dem Wirtschaftshof zum Freigehege auf dem Zooplateau. Die Dromedare wurden schließlich an andere Zoos abgegeben, so dass die Kamelherde nur noch aus Trampeltieren bestand. Zur Zeit leben im Thüringer Zoopark Erfurt der Hengst "Sultan" und seine zehn Stuten. Seit April 2008 hat unsere Trampeltierherde ihre neue, größere Koppel bezogen. Unsere Besucher finden die Trampeltiere nun auf der großen Koppel nahe Axmanns Hof. Ende April und Anfang Juli ist unsere Trampeltierherde um drei Mitglieder größer geworden. Drei Stuten brachten gesunde Fohlen auf die Welt. Kommen Sie doch mal wieder in den Thüringer Zoopark Erfurt und besuchen Sie unsere Trampeltiermütter mit ihren Kindern auf der Koppel nahe dem Eingang zum Axmanns Hof.


Erste Tiere der Zooschau - Teil 4 - Zebras

Pünktlich am Pfingstmontag 1959 trafen für die Zooschau auf den Roten Berg die beiden Hartmann- Bergzebras "Putzi" und "Trolli" ein. Sie kamen direkt aus Walfis-Bay in Südwest-Afrika als Geschenk des Kinderradios der DDR. Im Nordbad Erfurt wurden die beiden Zebrakinder übergeben und im Beisein von 7000 Tierfreunden getauft. Mit dabei waren auch der Rundfunkkinderchor Leipzig und die Pleißenthaler Musikanten. Das Kinderradio der DDR übertrug live die Übergabe und Taufe der beiden Zebrakinder. Zunächst wurden sie in der Huftieranlage auf dem Plateau untergebracht. Mehrfach kamen kleine Fohlen zur Welt. Im Juli 1965 wurde sogar eine Zuchtgemeinschaft mit dem Zoo Zürich vereinbart, um die vom Aussterben bedroht Zebraart zu erhalten. In den 70er Jahren lebten die Hartmann-Bergzebras gemeinsam mit Watussirindern auf einer Anlage. Über eine Tierhandelsfirma bekam der Thüringer Zoopark im Juni 1974 eine Herde Damarazebras, die in Südafrika und Namibia heimisch sind und die man Damarazebras gut an ihren dunkleren Schattenstreifen erkennt. Zurzeit besteht die Erfurter Herde aus dem Hengst Chapman und seinen vier Stuten. Am 27. März 2008 kam der aktuell jüngste Zuwachs zur Herde, ein kleines Stutfohlen hinzu. Kommen Sie doch mal wieder in den Thüringer Zoopark und besuchen Sie auch unsere Zebras.

Putzi und Trolli zu Pfingsten 1959 Unsere Damarazebras heute

Das erste Zooparkfest

Das erste Zooparkfest fand an zwei Tagen am 27. und 28. August 1977 auf dem Roten Berg statt. Schon im Dezember 1976 war in den Zeitungen "Das Volk- Ausgabe Stadt " vom 3. 12.1976, der "Thüringer Landeszeitung" vom 9.12.1976 und in den "Thüringer Neueste Nachrichten" vom 14.12.1976 zu lesen, dass der Stadtbezirk Nord von Erfurt ein eigenständiges Volksfest bekommen sollte, nachdem das Fest "Rund um die Krämerbrücke" des Stadtbezirks Mitte und das Steigerfest des Stadtbezirks Süd bereits regen Zuspruch durch die Erfurter Bevölkerung fanden. So war ein weiterer Kulturhöhepunkt in der Ferien- und Urlaubszeit auf dem Roten Berg geschaffen. Auf dem Programm stand um 14.30 Uhr die Eröffnung des Zooparkfestes durch das Dr. Theodor-Neubauer-Ensemble des VEB Kombinat Umformtechnik. Auf drei Bühnen sorgten Tierparaden, Tiertaufen, Modenschauen und Tanz für Unterhaltung. Auf die Kinder warteten Pferde- und Eselreiten, ein Indianerdorf, Zauberer, Mal- und Bastelstraßen, eine Diskothek sowie eine Kinderboutique. Jeder Zooparkbesucher, der eine Festplakette erworben hatte, nahm an der Auslosung wertvoller Sachpreise bei der Festtombola teil. Zu den Höhepunkten zählte auch eine Wolfstaufe. Die beiden mit der Flasche groß gezogenen Wölfe erhielten die Namen Robbi und Laska. Um das leibliche Wohl der vielen Gäste kümmerten sich Sonderstände, die Wildschwein am Spieß, Schaschlyk und Thüringer Rostbratwürste anboten. An diesen beiden Tagen besuchten 52.875 Besucher aus nah und fern das Zooparkfest.