Ein geschichtsträchtiger Ort traditioneller Thüringer Gastlichkeit
Bereits in längst vergangenen Zeiten zog es die Erfurter und ihre Gäste immer wieder auf den Roten Berg. Auf seinem 222 m hohen Plateau (ü. NN.) genossen Groß und Klein bei Speis und Trank den herrlichen Blick über die turmreiche Stadt.
Das einstige Winzerhäuschen wurde im Revolutionsjahr 1848 aus Trümmersteinen der Wüstung Hohenwinden erbaut. Es bestand aus einem Weinkeller und einem darüber errichteten Wohngebäude. Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurde es als Gasthaus und Ausflugsziel genutzt.
Hohenwindener Bauern sollen es auch gewesen sein, die sich nach der Zerstörung ihres Dorfes im Dreißigjährigen Krieg am Roten Berg ansiedelten, um mit dem Weinbau zu beginnen. Überhaupt spielten früher Weinbau und Weinhandel im Erfurter Wirtschaftsleben eine wichtige Rolle. Im Schrifttum finden sie erstmals 1121 Erwähnung.
Im 14. Jahrhundert war der gesamte Südhang des Roten Berges mit Rebstöcken bedeckt. Bis heute zeugen umfangreiche Terrassierungen des Berghanges mit Gipsstein-Trockenmauern davon. Bald nach dem Dreißigjährigen Krieg ging jedoch der Weinbau in Erfurt erheblich zurück. Er wich der lukrativeren Landwirtschaft. Zum vollständigen Erlöschen des Weinbaues auf dem Roten Berg kam es vermutlich aber erst Anfang des 20. Jahrhunderts.
Nach einem gescheiterten Wiederbelebungsversuch vor nahezu 50 Jahren ergriffen der Verein der Zooparkfreunde in Erfurt e. V. und der Thüringer Zoopark 1996 erneut die Initiative. Oberhalb des KangarooLandes mit australischen Tieren entstand ein kleiner Weingarten mit 398 Rebstöcken. Der 1999 erstmals gekelterte Rosé erhielt, wie schon Anfang der sechziger Jahre, den originellen Namen ‚Affenschweiß'.
Die Gaststätte auf dem Roten Berg veränderte im Verlaufe ihrer wechselvollen Geschichte mehrfach ihr Aussehen. So wurde beispielsweise um 1930 der Gastraum durch einen Anbau nach Süden vergrößert. 1992 kam ein bisher fehlender Toilettenanbau hinzu. Das einstige Weinberghäuschen, das über 40 Jahre lang von Julius Reim bewohnt wurde, hieß später ‚Berggasthaus', dann ‚Ausflugslokal Roter Berg'.
Von 1973 an war die inzwischen von der Handelsorganisation der DDR im Zoopark bewirtschaftete Gaststätte fünf Jahre lang geschlossen. Man hatte sogar daran gedacht, sie abzureißen. Im März 1978 öffnete das vom Zoopark selbst betriebene Gasthaus erneut. Es erhielt den Namen ‚Zoogaststätte Tucana'. Dazu schrieb die Presse: "In nur einjähriger Bauzeit haben die Mitarbeiter des Zooparkes mit ihren Feierabendbrigaden ein abbruchreifes Gebäude in ein gastronomisches Schmuckstück verwandelt."
1998/99 erfolgte eine umfangreiche Sanierung und Modernisierung der inzwischen unattraktiv gewordenen Zoogaststätte. Am 18. Mai 1999 empfing das traditionsreiche Haus im Norden der thüringischen Landeshauptstadt wieder seine Gäste. Mit Blick auf seine Geschichte und auf den rekultivierten Weinberg im Zoopark – übrigens einem von zwei in einem Zoo weltweit – erhielt es wieder den einstigen Namen ‚Weinberghaus'. Seither bemüht sich Pächterin Annemarie Höhn mit einem umfangreichen Angebot an Speisen und Getränken, alle Wünsche der kleinen und großen Zooparkbesucher zu erfüllen.
Hier erfahren Sie Näheres, falls Sie buchen möchten:
Sitzplätze in der Gaststätte: 45 Personen
Sitzplätze auf der Terrasse: 50 Personen
Angebot:
- Ausrichtung von Feierlichkeiten jeglicher Art (Familienfeiern, Betriebsfeiern u. a.)
- Partyservice außer Haus (z. B. Kalte Platten, warme Speisen, Salate, Canapés,, Desserts)
- Abendveranstaltungen nach Vorabsprache möglich.
Weinberghaus
Inhaberin: Annemarie Höhn
Gaststätte im Thüringer Zoopark
99087 Erfurt
Tel.: 0361 7453360
Handynummer: 0172 3437893
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